Lagotto Romagnolo Züchtergemeinschaft
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Autor: root 27.11.2018

Der Lagotto, ein Hund für Tierhaarallergiker?

Unsere Kolumnistin für hundebezogene Notizen aus aller Welt, Frau Gabriele Schröter, hat jüngst auf eine Notiz auf der Webseite des American Kennel Club hingewiesen, in der eine Studie zitiert wird,

die feststellt, dass es den absolut hypoallergenen Hund nicht gibt, also Hunde, die keine allergischen Reaktionen erzeugen. Es gibt graduelle Unterschiede: je mehr Haar, je mehr Schuppen, je größer der Hund, desto größer die Gefahr, dass Menschen allergisch reagieren könnten. Aber ganz ohne Allergie-Potential - das gibt es leider nicht.?

Es ist also zumindest unredlich, wenn Lagottozüchter die Rasse als ?Hund für Allergiker? anpreisen. Redlich hingegen ist, Welpen-Interessenten anzubieten, einige Haarlocken vom Lagotto zu erhalten, mit dem sie ihre Empfindlichkeit testen können.

 

Jochen H. Eberhardt, November 2018

 

Hierzu einige interessante Fakten und Ansichten dazu.

Kann man als Allergiker einen Lagotto Romagnolo halten?

Diese Frage ist nicht eindeutig mit ja oder nein zu beantworten, obwohl es Allergikerhunde gibt. Wenn man auf Hundehaare allergisch reagiert, heißt es zumeist, man sollte auf die Anschaffung eines Vierbeiners verzichten. Aber dies geht dann manchmal eben doch nicht. Die Kinder möchten einen treuen Spielkameraden haben oder man ist als Blinder auf einen Blindenführhund angewiesen.

Betroffene müssen nicht unbedingt auf die Haltung eines Hundes verzichten, zumal wenn sie einige Regeln einhalten. Schließlich ist der Lagotto der beste Freund des Menschen und trägt für viele wesentlich zur Lebensfreude bei.

Es gibt einige Möglichkeiten, die Allergiebelastung für Hundehaarallergiker deutlich zu senken. Fälschlicherweise wird angenommen, dass die Hundehaare an sich eine Hundehaarallergie auslösen. Es sind jedoch Allergien hervorrufende Substanzen (Eiweiße) des Speichels, der Hautschuppen, aus dem Schweiß und des Urins des Hundes, die allergische Reaktionen hervorrufen. Da der Hund Körperhygiene mit seiner Zunge betreibt, gelangen diese Hundeallergene auch auf die Haare des Hundes - daraus entstand der Fachbegriff Hundehaarallergie, welche zu den Tierhaarallergien gehört.

Ein Hund verliert immer Haare, bei vielen Rassen jahreszeitlich aber unterschiedlich. Die Allergenpartikel in den Hundehaaren und Hautschuppen, werden dann über den Hausstaub mit der Luft verteilt und danach eingeatmet, was die allergische Reaktion auslöst.

Bedenken Sie, dass Allergene sich nicht nur über weite Strecken in der Luft verbreiten, sondern auch über die Kleidung sowie Gegenstände, die wir mit uns tragen. Das erklärt, weshalb auch Hundehaarallergene an Orten nachgewiesen wurden, an denen sich nie ein Hund befand. Selbst ein kurzes Streicheln des Hundes, kann später beim Allergiker noch zu einer unerwünschten Reaktion führen.

Nun ist es nicht so, dass Allergiker (Hundehaarallergiker/Tierhaarallergiker), die auf Hundehaare reagieren, gleich allergisch sind. Die einen sind tatsächlich gegen die Haare (fast) aller Hunde, andere wiederum sind nur gegen bestimmte Hunderassen allergisch. Wiederum andere Allergiker scheinen gegen den eigenen Hund nicht allergisch zu reagieren. Die Allergieneigung gegenüber einzelnen Hunderassen, hängt also in erster Linie von der eigenen Veranlagung und weniger von der Rasse, ab. Dennoch gibt es Hunderassen, bei denen die Gefahr von allergischen Reaktionen deutlich höher ist.

Trotz Hundehaarallergie einen Hund halten? allergikerhunde

Dieses Paradoxon kann sich in einzelnen Fällen tatsächlich auflösen. Aber hierzu ist zunächst einmal ein wenig Selbstbeobachtung notwendig, damit man herausfindet, ob alle Hunderassen eine allergische Reaktion hervorrufen oder ob dies nur auf bestimmte Rassen begrenzt ist. Hier ist dann die Frage schnell beantwortet. Wie bei allen Tierhaarallergien, wird bei der Hundehaarallergie das Allergen über die Atemluft aufgenommen. Die in der Luft verwirbelten Hausstaubteilchen befördern die vom Hund ausgehenden Allergene in die Atemwege. Gegenüber der landläufigen Meinung lösen langhaarige Hunde oft weniger Allergien, als ihre kurzhaarigen Artgenossen, aus. Zudem soll sogar eine Kreuzallergenität zu Katzen bestehen, da auch Allergie auslösende Substanzen vorkommen, die stark denen des Katzenepithels ähneln. Wer dann als Allergiker einen Hund halten möchte, sollte zunächst einmal alles unternehmen, was die Verwirbelung von Staub im Raum vermeidet. Vorhandene Teppiche oder Teppichböden sollten entfernt werden. Ob die             Anschaffung eines Staubsaugers für Allergiker lohnend ist, bleibt dahingestellt. Durch das Staubsaugen werden aber Staubpartikel, mit Hilfe der Abluft des Staubsaugers, aufgewirbelt. Ob die erhältlichen Spezialstaubsaugerbeutel oder -filter die Allergie auslösenden Staubpartikel aus der Abluft entfernen können, ist nur durch einen länger anhaltenden Gebrauch individuell feststellbar.

Spezielle Hunderassen für Allergiker - die Allergikerhunde

Seit Barack Obama zum Präsidenten der USA gewählt wurde, hat das Thema Hundehaarallergie wieder mehr Beachtung bekommen. Sein Hund gehört zur Rasse der Portugiesischen Wasserhunde. Diese wurden beim Fischen benutzt, der Hund bewachte das Boot, wie auch den Fang und konnte Fischschwärme riechen, so dass die Fischer auf sein Signal warteten, darüber hinaus half er im Wasser beim Eintreiben der Fische.

Abschließend bleibt festzustellen:

Man sollte den Welpen-Interessenten einige Haarlocken vom Lagotto zuschicken, um damit eine mögliche Reaktion testen zu können.

Zusätzlich empfiehlt sich ein Besuch beim Züchter, um direkt mit dem Hund in Kontakt zu treten.

Stephan Pulß im November 2018

mit freundlicher Unterstützung von allergikerhunde.de

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